Samstag, 31 August 2013 | 40.35.243

Die Politische Ausstellung ... Hannelore Van Dijck ...
'Wenn sich der Nebel hebt' ... Galerie Zink ...

passend zur Bundestagswahl ... könnte man fast sagen ...
wo der so genannte Wahlkampf sich in der Kunst des Versteckens und Verschleierns gefällt ...

um nicht zu sagen der Maskierung ... der Vernebelungstaktik ...
und nach der Wahl dann die Masken fallen ... die Schleier sich lüften ... der Nebel sich hebt ...

und die ganze Wahrheit ans Licht kommt ...
oder vielleicht doch nicht ganz ...

weil hinter der ersten oder oberflächlichen Wahrheit ...
dann doch immer noch andere Wahrheiten verborgen liegen ...

wir kennen das ja ...Wahrheit ... qualitativ ... quantitativ ...
es gibt die reine Wahrheit ... die lautere Wahrheit ... die nackte Wahrheit ...

die schonungslose Wahrheit ... die brutalstmögliche Wahrheit ...
die ganze Wahrheit ... die volle Wahrheit ... und nichts als die Wahrheit etc etc ...

die in Berlin lebende junge belgische Künstlerin Hannelroe Van Dijck (26)

beschreibt mit ihrer Kunst dieses Spiel zwischen dem Sich-Verstecken und dem Sich-Zeigen

dem Öffnen bzw dem Transparentmachen ...
und dem Schließen bzw dem Abschotten ...

unbeeindruckt von der Diskussion um neue Kohlekraftwerke ...
ist Kohle für Hannelore Van Dijck das Medium ...

das ihr Bildverständnis ver-sinn-bild-licht ...
und noch unterstreicht ... perfektioniert ...

es gelingt ihr ... dieses Schwarz ...
in allen seinen Tönen ... Schattierungen ... Nuancen ... Facetten ... herauszuarbeiten ...

bis fast zum Weiß ...tendenziell jedenfalls zart ... fragil ...
oft nur ein Hauch ... als wäre es vergänglich ...

dieses abwechslungsreiche Schwarz scheint zu leben ...
ihre Werke erfinden sich wie ein andauernder Prozess ...

dieses schwingende Schwarz be-wegt sich ... eben wie wenn der Nebel sich langsam hebt ...
und etwas Erahntes dahinter langsam sichtbar wird ... zum Vorschein kommt ...

die Ausstellung umfaßt mehrere aktuelle Zecihnungen Kohle auf Papier ...
sowie insbesondere eine insitu-Arbeit ...

Baumwoll-Stoffbahnen ... die vom Boden des Galerieraumes bis zu seiner Decke reichen ...
und auch hier legt sich der zarte Zeichenstrich wie ein Schleier über den Stoff ...

als wäre es ein Vorhang vor dem Vorhang ... der etwas verhüllt ...
der den Raum verhüllt ...

und ihn dennoch gerade dadurch spürbar macht ...
erkennbar ... erfahrbar ... erlebbar ...

und gerade auch hier wird diese Technik spürbar ... mit der Hannelore Van Dijck arbeitet ...
die Aufmerksamkeit ... die sie der Beschaffenheit der Oberfläche widmet ...

wie sie die Oberflächen untersucht ...
in einer Art investigativem Journalismus ...

wie sie komplexe Oberflächenstrukturen aufdeckt ...
und deren Hintergrund ... gleichsam wie die vielfach zitierten Hintergrundgespräche ...

die erahnen lassen ...
daß selbst hinter dem Dahinter immer noch was ist ...

und eine Physikerin wie die Bundeskanzlerin mag sich gar ...
an Albert Einsteins Relativitätstheorien erinnert fühlen ...

eben weil die Kunst ... das Maß aller Dinge ...
weil Hannelore Van Dijck den Betrachter mit der Vorstellung spielen läßt ...

daß auch hinter dem Dahinter noch etwas vorhanden sein muß ...
es entsteht so eine bemerkenswerte Spannung aus Neugierde und Begierde ...

daß der Betrachter diese Oberfläche auch selbst untersuchen ...
und sich dem scheinbar dahinter liegenden Bildraum nähern könnte ...

Angela Merkel sagt immer ... wenn man anfängt Politik zu machen ...
muß man die Wirklichkeit betrachten ...

aber wir haben inzwischen schon gemerkt ... daß sie damit 'ihre' Wirklichkeit meint ...
also die Wirklichkeit ... die sie aus ihrer Perspektive sieht ...

daß wir das Volk aber in einer ganz anderen Wirklichkeit leben ...
als wären wir im falschen Film ... oder auf einem ganz anderen Dampfer ...

in Hannelore Van Dijcks Kunst verschmelzen diese unterschiedlichen Bildebenen ...
zu einer Einheit ... zu einem atmosphärischen Raum ...

in dem ihre abstrahierende Bildsprache diese ganze Realität spürbar erahnen läßt ...
und sich ihr dennoch wie unwirklich entzieht ...

bis 12. Oktober 2013 ... in Mitte von Berlin ... Galerie Zink ... Linien Straße 23 ...
www.galeriezink.de

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Thomas Klipper ...
'resist ! ... oder let it be !'


'Denn ein Schwert kann zerbrochen werden und auch ein Mann kann zerbroichen werden ...
aber Worte fallen in das Getriebe der Welt uneinholbar kenntlichmachend die Dinge oder unkenntlich'

Heiner Müller ...
'Die Horatier' ... 1968 ...

die Galerie Nagel Draxler zeigt hier ihre zweite Einzelausstellung dieses in Berlin lebenden Künstlers ...
der für gesellschaftspolitisch akzentuierte Installationen und Interventionen bekannt ist ...

auch für seine Ausstellung in der Galerie Nagel rekuriert Thomas Küpper auf den Ort des Geschehens
den Rosa Luxemburg Platz ...

den er als aufgeladenen Ort politischer Demonstration ...
wie auch der Auseinandersetzung wahrnimmt ...

das Projekt mit dem Titel 'Megaphone' entstand als Kooperation ...
mit dem Verein für Kunst und Kultur am Rosa Luxemburg Platz ...

Galerie Nagel Draxler ... Weydinger Straße 2 bis 4 ...
www.nagel-draxler.de

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